CEPPLE

Conférence des Eglises protestantes des Pays latins d’Europe CEPPLE - Konferenz der protestantischen Kirchen in den lateineuropäischen Ländern

http://www.cepple.eu

Zur Geschichte der CEPPLE (nach Professor Gérard Deltheil - 2010 - 60 Jahre CEPPLE)

« 1950 – Der Ökumenische Rat der Kirchen hat sich vor kurzem an der Vollversammlung von Amsterdam offiziell konstituiert. Das Solidaritätsbewusstsein unter den Mitgliedskirchen des ÖRK veranlasst ihn, sich der prekären Situation der Protestanten Italiens anzunehmen und sich mit der Beeinträchtigung der Religionsfreiheit, unter der die protestantischen Kirchen in Spanien und Portugal leiden, zu befassen. Dies zu einem Zeitpunkt, wo die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte angenommen haben. In seiner Funktion als Ko-Präsident des Ökumenischen Rates beruft Pfr. M. Boegner eine Konferenz auf den 1. Februar 1950 nach Paris zur Abklärung der Bedürfnisse und zur Koordination des Vorgehens ein.  

Auf diese Weise entsteht die CEPPLE. Wenige Monate später, im September 1950, tagt in Torre Pellice auf Initiative der ÖRK-Abteilung für zwischenkirchliche Hilfe die erste Konferenz der protestantischen Kirchen der lateineuropäischen Länder. Grösse und Not der Minderheitskirchen, so lautet das von Pfr. Visser’t Hooft, dem Generalsekretär des ÖRK erläuterte Versammlungsthema.

Jahre gehen vorbei. Der Eindruck verbreitet sich, die sog. Minderheitskirchen seien möglicherweise bei all ihrer Schwäche als stellvertretende Träger einer Zukunftsbotschaft für andere Kirchen anzusehen. In diesem Sinn äussert sich die zweite Vollversammlung der CEPPLE anlässlich ihrer Zusammenkunft in Leysin (Schweiz) im Oktober 1963: Wenn wir unsere Minderheitssituation als Berufung, und nicht einfach als soziologische Realität verstehen, kann dies der Kirche heute dazu verhelfen, sich selbst als Minderheit zu verstehen… Noch ein zweites Thema steht an der Versammlung von Leysin auf der Tagesordnung: das Problem der Migration. Zu diesem Thema äussert sich der protestantische Wirtschaftsprofessor André Philip, als Vertreter der theologischen Richtung des sozialen Christentums (christianisme social). Das Problem ist keineswegs neu, lautet seine Aussage, doch dürfte es sich in den kommenden zwanzig Jahren noch verschärfen. Die Emigration wird sich nicht, wie dies heute der Fall ist, auf eine im Wesentlichen innereuropäische Wanderbewegung beschränken, sondern zu einer Zuwanderung aus Afrika ausweiten. Aufgrund dieser Voraussage fordert Prof. Philip die Kirchen auf, sich ernsthaft mit dieser Problematik zu befassen. Die Versammlung befolgt diesen Aufruf durch den Beschluss, das Thema für die kommende Legislaturperiode in ihr Programm aufzunehmen.  

Im September 1968 empfängt Le Chambon-sur Lignon die dritte Versammlung der CEPPLE (121 Teilnehmende für eine Arbeitswoche). Vortrag von Professor H. d’Espine von der Theologischen Fakultät Genf: Die Situation des Protestantismus in den lateineuropäischen Ländern impliziert einen spezifischen Auftrag.  Diesen gliedert der Redner in vier Schwerpunkte: Evangelisation, Erkämpfung der Religionsfreiheit, Wahrnehmung eines prophetischen Amtes, Verantwortung für aussereuropäische Regionen (Afrika, Lateinamerika). Drei Voraussetzungen, um diesem Auftrag gerecht zu werden: geistliche Erneuerung, spirituelle und materielle Solidarität, verstärkte Einheit.

1975 – Ein Jahr zuvor war das von Salazar aufgerichtete portugiesische Regime durch die Revolution der Nelken gestürzt worden. Lissabon steht in hellem Aufruhr, als sich dort die Konferenz der Theologischen Fakultäten der lateineuropäischen Länder versammelt, eines der ältesten und bewährtesten Netzwerke der CEPPLE.

Ursprünglich entstand die CEPPLE als konkrete Antwort auf eine bestehende geschichtliche Situation. Allmählich entwickelte sie sich zu einem Netzwerk von Beziehungen und thematischem Austausch … Verbindungen vertieften sich durch Partnerschaften über die Reformierte Kirche Frankreichs (ERF) zur Evangelischen Kirche im Rheinland (EKIR)… Ein lebendiger Austausch entsteht zwischen unseren lateinischen Kirchen und jenen Kirchen im Norden sowie mehreren Kirchen in Osteuropa, die in ihrem jeweils anderen Kontext vor ähnlichen Herausforderungen stehen. »

Von da an entwickelt sich die Aktivität der CEPPLE schwerpunktmässig um drei Pole:  Austausch betr. Katechismusunterricht und –material, theologische Ausbildung und die Rolle der Kirchen in Südeuropa angesichts der Migrationswelle. Ein Kolloquium zur Frage der Benediktion gleichgeschlechtlicher Partner wurde im Jahr 2012 durchgeführt.    Im September 2014 fand die letzte Vollversammlung der CEPPLE in Malaga statt; Professeur Ermanno Genre beendete sein Mandat und übergab den Vorsitz als Präsident an Pfarrer Alfredo Abad, Sekretär der Permanenten Kommission der Spanischen Evangelischen Kirche. Anlässlich dieser Versammlung konstituierte sich die Konferenz der protestantischen Kirchen in den lateineuropäischen Ländern als vierte Regionalgruppe der GEKE.

 

Mitgliedskirchen der CEPPLE:

           BELGIEN

  • Eglise Protestante Unie de Belgique

    SPANIEN

  • Iglesia Evangélica Espanola – Spanische Evangelische Kirche
  • Iglesia Espanola Reformada Episcopal – Reformed Episcopal Church in Spain

    FRANKREICH

  • Eglise Protestante Unie de France
  • Union des Eglises Protestantes d'Alsace et de Lorraine (bis Dezember 2015)
  • Union Nationale des Eglises Protestantes Réformées Evangéliques de France
  • Fédération des Eglises Evangéliques Baptistes de France

    ITALIEN

  • Chiesa Evangelica Metodista d‘Italia
  • Chiesa Evangelica Valdese
  • Unione Cristiana Evangelica Battista d'Italia – Bund der Christlich-Evangelischen Baptisten Italiens

    PORTUGAL

  • Igreja Evang´lica Metodista Portugesa – Evangelisch-methoditische Kirche Portugals
  • Igreja Evangélica Presbiteriana de Portugal – Evangelisch-Presbyterianische KirchePortugals
  • Igreja Lusitana Católica Apostólica Evangélica – Lusitanian Evangelical Catholic Apostolic Church

    SCHWEIZ           

  • Eglise évangélique réformée du canton de Vaud
  • Eglise protestante de Genève
  • Eglise réformée évangélique de Neuchâtel
  • Evangelisch-reformierter Synodalverband Bern-Jura
  • Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Freiburg
  • Evangelisch-reformierte Kirche des Wallis
  • Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden

     

    Kursiv gesetzte Kirchen sind nicht Mitglied in der GEKE.

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