Lebendige Briefe

Prof. Elisabeth Parmentier über 2Kor 3,3-6, ZDF-Fernsehgottesdienst am Ostersonntag 2005

 

„Unser Empfehlungsbrief seid ihr, in unser Herz geschrieben, erkannt und gelesen von allen Menschen! Denn es ist offenbar, dass ihr ein Brief Christi seid, durch unseren Dienst zubereitet, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern auf Tafeln aus Fleisch, nämlich eure Herzen. Solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott. Nicht dass wir aus uns selber fähig wären, so dass wir uns selbst etwas zuschreiben könnten; sondern unsere Befähigung kommt von Gott. Er hat uns fähig gemacht, Diener des neuen Bundes zu sein, der nicht vom Buchstaben, sondern vom Geist bestimmt ist. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig“

 

Langversion:

„Mir sin d’Litt us em Korridor“. Ich weiss nicht mehr, welcher elsässischer Dichter so treffend unsere Identität beschrieb: Elsässer sind nirgendwo so ganz zu Hause. Sie sind nicht deutsch, nie richtig französisch, immer bemüht, beiden Seiten gerecht zu werden. Schon das den drei Sprachen gemeinsame Wort „Korridor“ zeugt von dieser gemischten Identität, die uns oft zur Pufferzone verurteilte.

Aber heute bekommen wir dafür europäische Sterne! Im wachsenden Europa sind solche Korridore nun gefragt, und die gemischte Identität wird zum Auftrag! Europa braucht verbindende Menschen. Sogar in Geographiebüchern wird das Elsass nun zum „Raum“: le „couloir rhénan“ heisst heute „l’espace rhénan“, oder sogar wie ich es in der Zeitung entdeckte, la „communauté rhénane“, eine Gemeinschaft der Völker am Rhein!

Mit dem Problem, dass heute so viele Türen offen stehen, dass es zieht!

„Es zieht uns noch das Hemd vom Leib, dieses offene Europa“, befürchten so manche Elsässer. Je weiter Europa wird, desto bedrohlicher die Konkurrenz am Arbeitsmarkt, die Schlacht um die Preise, die Angst, Privilegien einbüssen zu müssen. Es zieht nun in unserem Korridor so sehr, dass viele die Türen am liebsten wieder schliessen möchten. Und ausländerfeindliche Grafiti beschmutzen die Gräber unserer Friedhöfe. Der Weg in die europäische Identität ist kein Siegeszug.

Deshalb braucht Europa verbindliche Texte, die Recht und Freiheit schützen, politische Vereinbarungen wie die europäische Konstitution und die Grundrechtecharta, die Fundamente errichten für das Zusammenleben. Aber Texte allein genügen nicht, um Menschen aus den Korridorängsten oder aus den Raumängsten zu befreien. Versöhnung, Vergebung und Heilung der Vergangenheit ist das, was wir im wachsenden Europa am dringendsten brauchen. Dazu brauchen wir Menschen, die mutig anderen entgegenkommen. Korridormenschen, die es wagen, neue Räume zu beschreiten, behutsam und respektvoll.

Eigentlich wären die Kirchen solche Korridore, in einem positiven Sinn: als Verbindungsräume der Menschen. Unser täglicher Gottesdienst ist es, die Begegnung zu ermöglichen: mit Gott und zwischen Menschen. Grenzen bleiben, denn grenzenlos kann kein Mensch leben. Verwurzelung und Identität gehört zum Menschsein. Aber Grenzen sind auch Schwellen.

Die Kirche selbst tut sich schwer mit der Lektion, dass Selbstschutz nicht das letzte Wort ist. Seit dem Ostermorgen werden die Gläubigen herausgerufen aus der Angst um sich selbst und um ihre Zukunft. Herausgerufen wie mit Engelsstimme: „Er, den ihr sucht, ist nicht mehr hier. Gehet“. „Ein feste Burg“ ist nur Gott, und soll nicht die Kirche sein! Das sprechendste Zeugnis, das die Kirchen im heutigen Europa geben können, ist der Weg ihrer Grenzüberschreitung aufeinander zu, der Weg ihrer Versöhnung: dass sie sich trotz aller Ängste um ihre Identität auf das Wagnis einer gelebten Gemeinschaft einlassen.

Für diese Versöhnung stützen sich die Kirchen auf Texte. Aber auch Texte bedürfen immer wieder der geistgeschenkten Auferstehung, damit sie vom Buchstaben aufwachen und Räume öffnen. So werden Texte zu Briefen, das heißt: zu ganz persönlichen Botschaften an Adressaten, mit denen eine Beziehung entsteht! So können auch wir Christen in unseren Kirchen, wie Paulus sagt, Briefe Christi werden „Nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens“ geschrieben.

Für uns evangelische Kirchen wurde die „Leuenberger Konkordie“ zum gelebten Brief, den wir gemeinsam vertreten. Durch die Konkordie wird Frieden und Versöhnung unter ehemals getrennten Kirchen zum neuen gemeinsamen Lebensraum.

Da sagen lutherische und reformierte Kirchen zueinander: die Verurteilungen aus dem 16. Jahrhundert gelten nicht mehr, wir bleiben fortan zusammen. Da zeigen unierte Kirchen: unsere gemischte Identität ist ein Gewinn und kein Verrat unserer Geschichte. Da legen die Waldenser und die böhmischen Brüder, deren Glauben den Verfolgungen widerstanden hat, ihr Geschick in die Hand der Schwesterkirchen. Da erkennen die methodistischen Kirchen den Glaubensweg der anderen evangelischen Geschwister voll an. In der Verschiedenheit der Art, Kirche zu leben, werden sie zu einer Familie, in der nicht bloß Toleranz, sondern volle Anerkennung der anderen und gemeinsamer Gottesdienst das Zusammenleben fortan bestimmen.

Nach 400 Jahren Trennung zur Großfamilie zu werden geht nicht von selbst. Viele evangelische Kirchen fürchten sich davor, den anderen ihre Räume zu öffnen. Denn manchmal waren geschlossene Räume für sie überlebenswichtig. Da gibt es zum Beispiel diese kleine reformierte Kirche in Transkarpatie, ein Korridor zwischen Ungarn, Rumänien und der Ukraine, wo die Menschen 5 Mal die Identität gewechselt haben und 70 Jahre Kommunismus erlitten. Ohne Pfarrer, weil Theologie und Kirche verboten waren, haben die Menschen dort weiter Gottesdienst gehalten und gebetet, nur mit dem Gesangbuch in der Hand. Und blieben standhaft in ihrem Glauben. Sie sind für uns ein lebendiger Brief des Glaubens, ein Licht auf Gottes Landkarte. Wir brauchen sie! Sie werden als 104. Kirche die Konkordie unterzeichnen, wie viele kleine Minderheitskirchen, die die großen mit ihrer Geschichte und ihrem Glauben bereichern.

Das bedeutet für alle: Macht teilen, Entscheidungen zusammen treffen da wo vorher nur die national-territoriale Logik vorherrschte, Projekte gemeinsam planen, und die kirchlichen Strukturen neu durchdenken. Versöhnung braucht Initiativen, die kreativ umsetzen, was in den Texten steht, nicht nach dem Buchstaben, sondern nach dem Geist, der lebendig macht.

Dieser Geist, obwohl heilig, treibt uns manchmal so weit hinaus, dass beängstigende Veränderungen bevorstehen. Ein Freudenbrief der „protestantischen Kirche in den Niederlanden“ erklärt, wie sehr die Leuenberger Konkordie in den Niederlanden die grossen reformierten und die ganz kleine lutherische Kirche dazu motiviert haben, sich zu vereinen. Der Prozess hat über 20 Jahre gedauert, und einige Gemeinden können sich nicht damit anfreunden, und treten aus. Vereinigung und Spaltung in derselben Entscheidung. Auch hier zeigt sich, dass die Kirchen dieselben Schwierigkeiten wie die Menschen im sozio-politischen Prozess des wachsenden Europas durchleiden. Deshalb ist auch ihre Stimme im öffentlichen Bereich wichtig, im kritischen Dialog mit dem Staat. Ein Brief der würtembergischen Kirche schenkt der Gemeinschaft eine Pfarrstelle in Brüssel bei der „Konferenz Europäischer Kirchen“, damit die Kirchen informiert werden über die Entwicklungen des europäischen Prozesses, und gemeinsam beraten, wie sie die evangelischen Prioritäten der Demokratie, der menschlichen Freiheit, des Rechts für Minderheiten hörbar machen können.

Aber die anderen Kirchen schreiben uns: Werdet nicht zu einem evangelischen Korridor. Nur wenn alle christlichen Kirchen, ihre Kräfte und ihr Zeugnis zusammenführen, werden sie für die Menschen eintreten können. In manchen Korridoren Europas, wo der Wind der Verfolgung Menschen in die Enge getrieben und gegeneinander aufgehetzt hat, wollen wir miteinander versuchen, die Wunden der Geschichte zu verbinden. In Rumänien bringt ein solches Projekt alle christlichen Kirchen an einen Tisch. In Kolloquien wird die Geschichte gemeinsam verarbeitet und in seelsorgerlichen Dialogen besprochen. An solchen Korridoren wird sich die Zukunft zwischen Europäer des Westens und des Ostens abspielen.

Auch in den Kirchen am Rhein haben die Grenzgänger den besonderen Auftrag, zusammen gegen Nationalismus und Exklusivismus einzutreten, aufmerksam auf die Schwierigkeiten der Ausländer und Migranten zu sein. Partnerschaften, deutsch-französische Kirchentage, Austausch der Pfarrer und Studierenden, ökumenische Netzwerke sind an dieser Nahtstelle auch eine Chance für Europa.

Aber Briefe aus den evangelischen Kirchen in Südamerika, die auch die Konkordie unterschrieben haben, ermahnen uns: werdet nicht zu einem europäischen Korridor, der sich den anderen verschließsst. Denkt an die Signatarkirchen am Rio de la Plata, die mit euch gehen, ermutigt uns, in unserem eigenen Kontext die Versöhnung der Kirchen voranzutreiben. Europa soll nicht um sich selbst kreisen, sondern für das Gleichgewicht des Rechts und der Güter auf globaler Ebene einstehen. Und die europäischen Kirchen brauchen die geschwisterliche Korrektur der anderen Kontinente.

Dass diese Gemeinschaft von Kirchen in der unglaublichen Verschiedenheit der Situationen überhaupt zusammenhält ist für mich immer wieder wie das Osterwunder Gottes. Diese Grenzüberschreitung Gottes, Auferstehung von in sich geschlossenen Korridoren zu gemeinsamen Verbindungsräumen. Wir haben nur einen ganz kleinen Stab, aber dieses kleine Team schickt Briefe, (heute elektronische!)quer durch ganz Europa! Wir haben keine finanzielle Absicherung, aber immer wieder engagieren sich Kirchen für ein Projekt. Viele fleissige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Regionen und bis in die Gemeinden denken und handeln im Sinn der ganzen Gemeinschaft. Dadurch gewinnt der Buchstabe der Konkordie lebendige, geisterfüllte Gestalt. Und obwohl es sich nur um eine Selbstverpflichtung der Kirchen handelt, und morgen alles zusammenfallen könnte, wächst das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Verbindlichkeit der Gemeinschaft zu einer Familie, in der wir lernen zu teilen und uns gegenseitig zu tragen.

„Ihr seid ein Brief Christi, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geiste des lebendigen Gottes“. Deshalb haben wir die Kirchen und Gemeinden unserer Kirchengemeinschaft gebeten, uns Postkarten zu schicken, als Zeichen unserer Zusammengehörigkeit. Denn wie solch eine Karte ist unser evangelischer Dienst in der Welt: unscheinbar, aber widerständig! Ein diskretes Zeichen, ein stiller Dienst, kein mediengerechtes Wort! Aber ein persönlicher Zuspruch, der ermächtigend wirkt für die, die ihn aufmerksam annehmen.

Versöhnung ist verwundbar, und Kirchen sind nicht begabter als andere! Es hängt an jedem von uns persönlich: kann ich meine Angst um mich selbst, um meine Zukunft, überwinden und den anderen so vertrauen, dass ich ihnen Raum lasse? Was wird uns halten und zusammenhalten? Allein der Auferstandene, der lebendige Brief Gottes. Er ruft uns immer wieder hinaus. Mit der Verheissung des Engels am Ostermorgen : „Christus geht vor euch hin“. Allein auf dieses Versprechen hin wagen wir uns aufeinander zu als evangelische Kirchen, und mit den anderen Kirchen. Die ökumenische Bewegung ist eine Antwort auf diesen österlichen Auftrag, und eine Gabe des heiligen Geistes. Und die „Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa“, mit ihren Stärken und Schwächen, begleitet die Völker in ihrem Zusammenwachsen wie ein Verbindungsraum der Versöhnung. Für die Kirchen heißt das: um Gottes Segen bitten, auch für alle „anderen“. Wo die Kirchen es lernen, sich gegenseitig zu segnen, sind sie auch ein Segen für ihre Welt.

 

Kurzversion für den Gottesdienst:

„Die us em Korridor“ : so beschreibt der Kabarretist Germain Müller die Elsässer. Sie sind nirgendwo so ganz zu Hause. Nicht deutsch, nie richtig französisch, immer bemüht, beiden Seiten gerecht zu werden! Eine gemischte Identität, die uns oft zur Pufferzone werden liess.

Aber heute bekommen wir dafür europäische Sterne! Im wachsenden Europa sind solche Korridormenschen nun gefragt, und die gemischte Identität wird zum Auftrag! Europa braucht verbindende Menschen. Sogar in Geographiebüchern wird das Elsass nun zum „Raum“: le „couloir rhénan“ heisst heute „l’espace rhénan“, oder sogar la „communauté rhénane“, eine Gemeinschaft der Völker am Rhein!

„Es zieht uns noch das Hemd vom Leib, dieses offene Europa“, befürchten so manche Elsässer. Je weiter Europa wird, desto bedrohlicher die Konkurrenz am Arbeitsmarkt, die Schlacht um die Preise, die Angst, Verlierer zu sein. Es zieht nun in unserem Korridor so sehr, dass viele die Türen am liebsten wieder schließen möchten. Und ausländerfeindliche Graffiti beschmutzen die Gräber unserer Friedhöfe. Der Weg in die europäische Identität ist kein Siegeszug.

Deshalb braucht Europa verbindliche Texte, die Recht und Freiheit schützen, wie die europäische Konstitution und die Grundrechtecharta. Aber Texte allein befreien nicht aus Korridorängsten oder aus Raumängsten. Für Versöhnung und Vergebung brauchen wir entgegenkommende Menschen. Solche Art von Korridormenschen, die es wagen, neue Räume zu beschreiten und miteinander zu verbinden, behutsam und respektvoll.

Seit dem Ostermorgen werden die Gläubigen herausgerufen aus der Angst um sich selbst und um ihre Zukunft. Herausgerufen wie mit Engelsstimme: „Er, den ihr sucht, ist nicht mehr hier. Gehet“. Gehet den Weg der Grenzüberschreitung aufeinander zu, den Weg eurer Versöhnung. Lasst euch auf das Wagnis einer gelebten Gemeinschaft ein. Habt Mut, Verantwortung für die Gestaltung der Gesellschaft zu übernehmen.

So werden Texte zu Briefen, das heißt: zu ganz persönlichen Botschaften an Adressaten, mit denen eine Beziehung entsteht! Werdet, wie Paulus sagt, Briefe Christi, „Nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens“ geschrieben!

Für uns evangelische Kirchen wurde die „Leuenberger Konkordie“ zum gelebten Brief, zum neuen gemeinsamen Lebensraum. Die Verurteilungen aus dem 16. Jahrhundert gelten nicht mehr, wir sind zusammen Kirche.

Aber nach 400 Jahren Trennung wird man nicht so leicht zur Großfamilie! Für viele evangelische Kirchen waren geschlossene Räume überlebenswichtig. Da gibt es zum Beispiel diese kleine reformierte Kirche in Transkarpatien, einem Korridor zwischen Ungarn, Rumänien und der Ukraine. 5 Mal Identitätswechsel, 70 Jahre Kommunismus. Ohne Pfarrer, weil Theologie und Kirche verboten waren, haben die Menschen dort weiter Gottesdienst gehalten, nur mit dem Gesangbuch in der Hand. Diese Gemeinden leben noch! Sie sind für uns ein Brief des Glaubens, ein Licht auf Gottes Landkarte. Wir brauchen sie! Sie sind die 104. Kirche, die die Konkordie unterzeichnet.

Das bedeutet für uns alle: Macht teilen, Entscheidungen zusammen treffen, wo vorher die national-territoriale Logik vorherrschte, Projekte gemeinsam planen, und kirchliche Strukturen neu durchdenken. Kreativ umsetzen, was in den Texten steht, nicht nach dem Buchstaben, sondern nach dem Geist, der lebendig macht.

„Ihr seid ein Brief Christi, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geiste des lebendigen Gottes“. Dieser Geist, obwohl heilig, hat es in sich, könnte die „Protestantische Kirche in den Niederlanden“ bezeugen. Die großen reformierten und die ganz kleine lutherische Kirche bilden in den Niederlanden nun eine protestantische Kirche. Ein Prozess von über 20 Jahren, bei dem einige Gemeinden ausgetreten sind. Vereinigung und Trennung in derselben Entscheidung.

Der lebendige Brief an die Welt muss aber von allen christlichen Kirchen geschrieben werden. Wenn sie es schaffen, ihre Kräfte und ihr Zeugnis zusammenzuführen, werden sie für die Menschen glaubwürdig eintreten können. In Rumänien bringt ein Projekt der „Heilung der Erinnerungen“ alle christlichen Kirchen an einen Tisch. Die Geschichte wird gemeinsam verarbeitet und in seelsorgerlichen Dialogen besprochen. An solchen Korridoren wird sich die Zukunft zwischen Europäern des Westens und des Ostens abspielen.

Auch in den Kirchen am Rhein haben die Grenzgänger den besonderen Auftrag, zusammen gegen Nationalismus einzutreten, aufmerksam auf die Schwierigkeiten der Ausländer und Migranten zu sein. Die Grenzgebiete, Nahtstellen Europas, brauchen ökumenische Netzwerke.

Dass diese Gemeinschaft von Kirchen in der unglaublichen Verschiedenheit der Situationen überhaupt zusammenhält ist für mich immer wieder wie das Osterwunder Gottes. Die Grenzüberschreitung Gottes, das ist diese Auferstehung der Kirchen von in sich geschlossenen Korridoren zu gemeinsamen Verbindungsräumen. Diese Kirchengemeinschaft hat nur einen ganz kleinen Stab, und kaum finanzielle Absicherung, aber immer wieder engagieren sich einzelne Kirchen. Und viele, in allen Regionen und bis in die Gemeinden, denken und handeln im Sinn der ganzen Gemeinschaft. Dadurch gewinnt sie lebendige, geisterfüllte Gestalt und erlaubt ein gemeinsames Engagement der evangelischen Christen in Gesellschaft und Politik.

Als Zeichen dafür haben wir die Kirchen und Gemeinden gebeten, uns eine Postkarte zu schicken. Wie diese Karten, die uns die Kinder nachher zeigen werden, ist unser evangelischer Dienst in der Welt: unscheinbar, aber widerständig! Verwundbar, leicht überhörbar, aber hoffnungsvoll und ermächtigend. Glauben ist kein Festhalten an einem Credo oder an Erinnerungen aus der Vergangenheit. Es ist ein Gehen, das sich auf Gott verlässt, weil der Auferstandene vor uns hingeht.

Geht mit dieser Verheißung aufeinander zu, als evangelische Kirchen, und mit den anderen Kirchen! Dieses ökumenische Gehen, das die „Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa“ mit Erfolgen und manchmal auch Rückschlägen, bewegt, begleitet die Völker. Die Kirchen lernen, um Gottes Segen zu bitten, auch für alle „anderen“! Und wo Kirchen es lernen, sich gegenseitig zu segnen, sind sie auch ein Segen für ihre Welt.

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