Ein Signal gegen Armut und soziale Ausgrenzung

GEKE-Präsident Thomas Wipf begrüßt das EU-Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung und hofft auf konkrete Ergebnisse. Eine Umfrage in den GEKE-Kirchen belegt die Bedeutung des Themas in ganz Europa.

Der Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE, Pfarrer Thomas Wipf, begrüßt das Europäische Jahr 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung, das morgen offiziell in Madrid eröffnet wird. Ziel des Europäischen Jahres ist, alle Teile der Gesellschaft zum politischen Engagement im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung zu ermutigen.

„Die evangelischen Kirchen begrüßen, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten die Bekämpfung der Armut zu ihrem Schwerpunktthema für 2010 erklärt haben. Die Kirchen haben sich von Anfang an für dieses Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung eingesetzt“, erklärt Wipf. „Die sozialen Auswirkungen der Finanzkrise treffen immer mehr Menschen in Europa. Wir hoffen, dass dieses Jahr mehr als nur eine Öffentlichkeitskampagne sein wird. Die Kirchen erwarten, dass sich die EU und ihre Mitgliedstaaten sehr konkrete Ziele setzen, was sie zur Überwindung der Armut in Europa und in der Welt in den nächsten Jahren erreichen wollen.“ Die EU berät in diesen Tagen über die Neuformulierung ihrer wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zielsetzungen für das kommende Jahrzehnt.

„Aus evangelischer Sicht beschränkt sich die Bekämpfung der Armut nicht auf materielle Notlagen“, so Wipf weiter. „Armut und soziale Ausgrenzung ist überall dort erlebbar, wo Menschen die Möglichkeit genommen wird, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, wenn ein Schulsystem Kinder aus armen Familien oder Migrantenfamilien systematisch benachteiligt oder wenn Jugendliche nach ihrer Ausbildung keinen Zugang zum Arbeitsmarkt finden.“

Eine Umfrage unter den 105 GEKE-Mitgliedskirchen in 29 Ländern hatte bereits im Sommer 2008 die soziale Ausgrenzung als grösste soziale Herausforderung für die evangelischen Kirchen in Europa hervorgehoben. Die Umfrageergebnisse wurden in die GEKE-Studie „Eintreten für Gerechtigkeit““ eingearbeitet, die derzeit im Stellungnahmeverfahren der Mitgliedskirchen ist. Die Studie soll Kriterien für die Entwicklung ethischer Urteile zu sozialen Herausforderungen erarbeiten. Die Ergebnisse sollen den Kirchen helfen, ihre Aktivitäten auf europäischer Ebene zu koordinieren und möglichst mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen.

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