Donau-Region: Unterschiede in Identität und Kultur ernst nehmen

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE, die Konferenz Europäischer Kirchen KEK und die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft COMECE beteiligen sich am Konsultationsprozess zur EU-Strategie für die Donau-Region.

Die Europäische Kommission entwirft derzeit eine Strategie für die Donau-Region. In 14 Ländern von Deutschland bis zur Ukraine sollen unterschiedliche Projekte die Integration stärken, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Unterschiede überwinden sowie die Umweltbedingungen rund um die Donau verbessern. Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE beteiligt sich gemeinsam mit der Konferenz Europäischer Kirchen KEK und der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft COMECE am öffentlichen Konsultationsprozess. Dieser endet mit einer internationalen Konsultation am 10. und 11. Juni in Constanta (Rumänien).

Die europäischen Kirchen begrüßen den transnationalen Ansatz der Europäischen Kommission. „Grenzüberschreitende Kooperationen und Netzwerke sind ungemein wertvoll“, heißt es in dem gemeinsam eingereichten Konsultationsbeitrag. Die Strategie umfasse Länder innerhalb und außerhalb der EU in Ost und West, sie könne also den europäischen Integrationsprozess befördern. Eigene Erfahrungen der Kirchen zeigten jedoch auch, dass solche Prozesse Geduld und Zeit benötigten, um wachsen zu können. Unterschiede in Identität und Kultur seien tief in der Region verwurzelt und dürften nicht marginalisiert werden. Das Erbe der Trennung zwischen Ost und West wiege noch immer schwer, so die Kirchen. Die Religion habe dabei in verschiedenen Konflikten der südlichen und östlichen Donau-Region eine Rolle gespielt. Der Frieden in der Region sei nicht als selbstverständlich hinzunehmen: „Eine Stärkung des gegenseitigen kulturellen und religiösen Verständnisses ist eine Grundvoraussetzung für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Region.“

Die Kirchen haben mit ihrem Konsultationsbeitrag konkrete Themenvorschläge für die Donau-Region eingereicht. Dazu zählen die Versöhnungsarbeit zur gemeinsamen Geschichte, die Integration von Minderheiten mit besonderem Fokus auf die Roma, Bildung unter Herausstellung der Bürgerverantwortung, ökologischer Transport und erneuerbare Energien zum Schutz der Biodiversität, die Einbindung der Zivilgesellschaft in die Gesamtstrategie sowie der Schutz der Menschenrechte bis auf die regionale und lokale Ebene.

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