Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,
im Frühling 2011 haben die kirchenleitenden Organe von EKD, UEK und VELKD beschlossen, eine moderate Revision der derzeitigen Perikopenordnung einzuleiten.
Die jetzige Ordnung ist im Wesentlichen seit 1978 unverändert. Sie folgt einem sechsjährigen Turnus von Predigttexten. In den Predigttexten enthalten sind auch die drei biblischen Lesungen für den jeweiligen Sonn- oder Festtag, je eine aus dem Alten Testament, den Episteln und den Evangelien. Diese Lesungen wiederholen sich jährlich.
Seit September 2011 arbeitet eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Wissenschaft und Praxis am Entwurf einer moderaten Revision der Perikopenordnung. Die erstmals nahezu gender- paritätische Besetzung bringt zum Ausdruck, dass auch die Frage der Geschlechtergerechtigkeit berücksichtigt wird. Der Revisionsvorschlag soll im Herbst 2014 vorliegen.
Dabei haben die Kirchenleitungen folgende Grundlinien vorgegeben:
-
Wie bisher wird es je eine Epistel- und Evangeliums-Lesung geben. Diese soll im Wesentlichen den sogenannten altkirchlichen Perikopen folgen, die in der Tradition der westlichen Kirchen stehen und nur mit gewichtigen Gründen verändert werden. Ebenso wird es weiterhin für jeden Sonn- oder Festtag einen Lesungstext aus dem Alten Testament geben. Dabei sollen die Predigttexte nicht über ein ganzes Jahr aus den jeweils gleichen biblischen Textkorpora entnommen werden, sondern wechseln, soweit dies sinnvoll ist. Auch in Zukunft soll es einen etwa sechsjähriqen Turnus der Predigttexte geben. Für die Auswahl der Predigttexte soll weiterhin das Prinzip der Konsonanz leitend sein, durch das die wechselseitige Bezogenheit der Lese- und der Predigttexte einschließlich Wochenspruch, -lied und -psalm zum Ausdruck kommt.
-
Die Zahl der Predigttexte aus dem Alten Testament wird sich deutlich erhöhen, um der in den letzten Jahrzehnten stärker bewusst gewordenen Bedeutung des Alten Testaments für den christlichen Glauben Raum zu geben und sie zu bedenken.
-
Lese- und Predigtordnungen anderer Kirchen und bereits vorhandene Revisionsvorschläge sollen daraufhin geprüft werden, ob aus ihnen hilfreiche Impulse für die Neugestaltung aufgenommen werden können.
-
Schließlich soll auch geprüft werden, inwiefern Veränderungen in Kirche und Gesellschaft eine behutsam veränderte Gestaltung des Kirchenjahres sowie der besonderen Fest-und Gedenktage des Kirchenjahres nahelegen.
Für Rückfragen zu diesem Vorhaben stehen Ihnen Oberkirchenrätin Jahn und Pfarrerin Dr. Zeitler gern zur Verfügung. Ebenso freuen wir uns, wenn Sie uns gegebenenfalls über Überlegungen zur Reform von Perikopenordnungen im Bereich Ihrer Kirche informieren.
Dr. Ulrich Anke, EKD
Bischof Martin Schindehütte, UEK
Dr. Friedrich Hauschildt, VELKD