Bünker: EU-Donaustrategie bietet vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten

Der Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE Michael Bünker begrüßt die vom Europäischen Rat gutgeheißene EU-Strategie für die Donau-Region, weist aber auf wichtige Mängel in der rein ökonomischen Ausrichtung hin.

Der Europäische Rat hat während seiner Sitzung am 23. und 24. Juni die „EU-Strategie für die Donau-Region“ gutgeheißen, die bereits im April des Jahres von den 27 EU-Staaten gebilligt wurde. Im Zentrum der etwa 200 Maßnahmen stehen die wirtschaftliche Entwicklung, die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, des Energiesektors und der Ausbau des Umweltschutzes. Daneben werden Kultur, Bildung und Tourismus als Förderungsziele benannt.

Der Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE, Bischof Dr. Michael Bünker, begrüßt den Entscheid des Rates, weist aber auf wichtige Mängel in der rein ökonomischen Ausrichtung hin. „Leider hat die Versöhnungsthematik und das Zusammenführen von Menschen aus unterschiedlichen kulturellen und politischen Hintergründen in der Strategie nicht das Gewicht, das nach der Ansicht der Kirchen nötig wäre“, so Bünker anlässlich einer Tagung des Danube Civil Society Forum heute in Eisenstadt (AT). Das Forum dient als zivilgesellschaftliche Begleitplattform der Donaustrategie der EU.

Die Donaustrategie biete „vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten“, betonte Bünker. Sie beziehe Nicht-EU-Staaten mit ein und trage damit zu deren Integration bei. Bünker weiter: „Für Kirchen und Gemeinden bietet sich mit der Donaustrategie die Möglichkeit, stärker als bisher den Kontakt über die Grenzen hinweg zu suchen. Gerade für den Donauraum mit seiner wechselhaften Geschichte sind diese Begegnungen von grosser Bedeutung.“ Interkultureller Austausch, religiöser Tourismus, Bildung und Kultur seien Themen, die Donaustrategie und Tätigkeit der Kirchen miteinander verbinden. Die Kirchen in der Region rief Bünker dazu auf, die nun gegebenen Chancen zu nutzen, mit ihren speziellen Möglichkeiten zur Entwicklung des Donauraums beizutragen.

Die GEKE hatte sich gemeinsam mit der Konferenz Europäischer Kirchen KEK und der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft COMECE am öffentlichen Konsultationsprozess der Europäischen Kommission beteiligt und in einer gemeinsamen Erklärung vom Juni 2010 den transnationalen Ansatz der Strategie begrüßt. Gleichzeitig wiesen die Kirchen auf die Notwendigkeit einer Stärkung des gegenseitigen kulturellen und religiösen Verständnisses als Grundvoraussetzung der Entwicklung der Region hin.

Nach der Ostseestrategie handelt es sich mit der Donaustrategie um die zweite europäische Region, der die EU eine eigene besondere Aufmerksamkeit widmet. Sie umfasst die acht EU-Länder Bulgarien, Deutschland, Österreich, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn sowie die sechs weiteren Staaten Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Serbien und Ukraine. Der Donauraum umfasst mit 100 Millionen Einwohnern ein Fünftel der gesamten EU-Bevölkerung.

Wien, 30. Juni 2011

***
Zur Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) – Leuenberger Kirchengemeinschaft haben sich 105 protestantische Kirchen in Europa (und in Südamerika) zusammen geschlossen. Lutherische, reformierte, unierte, methodistische und vorreformatorische Kirchen gewähren einander durch ihre Zustimmung zur Leuenberger Konkordie von 1973 Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Die Anschrift lautet: GEKE-Geschäftsstelle, Severin-Schreiber-Gasse 3, A-1180 Wien, Tel.: +43.1.4791523.900, Telefax: +43.1.4791523.580, Email: office@leuenberg.eu, Internet: www.leuenberg.eu. Pressekontakt: Dipl. theol. Thomas Flügge (Bern), Tel. +41.31.37025.02, Fax .80, Mobil: +41.79.6401902, Email: t.fluegge@leuenberg.eu.

ABOUT THE AUTHOR
0 Comment(s) to the "Bünker: EU-Donaustrategie bietet vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten"
followme
  • Twitter
  • Facebook

Reformationsstädte Europas