Der Krise entgegentreten

Das Präsidium der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa zur Wirtschafts- und Finanzkrise

Am Vorabend des EU-Gipfels in Brüssel, von dem weitreichende Maßnahmen gegen die Finanz- und Schuldenkrise erwartet werden, erinnert das Präsidium der GEKE in einer Stellungnahme an die Folgen der Krise für viele Menschen und an die Herausforderungen für Politik und Gesellschaft in Europa.

Staatliches und gesellschaftliches Leben auf scheinbar unbegrenzten Kredit habe offensichtlich seine Grenze erreicht. Vor dem Hintergrund unvermeidbar erscheinender Eingriffe in die Sozialsysteme betont das Präsidium der GEKE die Prinzipien Solidarität und Subsidiarität: „Der Stärkere kann mehr Lasten tragen als der Schwächere!“ Das gelte auch zwischen den Staaten Europas.

Angesichts der bisher härtesten Bewährungsprobe der Europäischen Union seit ihrem Bestehen fordern die Repräsentanten der GEKE Maßnahmen mit Mut und Augenmaß. So etwa solle eine Finanztransaktionssteuer zügig verabschiedet und die bereits angestrebte, gemeinsam zu verantwortende Finanz- und Wirtschaftspolitik fest in den Institutionen verankert werden.

Hinter den Demonstrationen vor allem junger Menschen stehe das berechtigte Bedürfnis nach generationengerechten, in partizipatorischen Prozessen zustande kommenden Lösungen. Sie sollten ermöglichen, das Primat der Demokratie und der sozialen Marktwirtschaft gegenüber anonymen Märkten wiederzugewinnen.

„Es ist eine tiefgegründete christliche Überzeugung, dass eine Krise auch einen Ruf zur Umkehr und zur Neubesinnung beinhaltet,“ betont das Präsidium der GEKE. Evangelische Kirchen in Europa beteiligten sich intensiv an den notwendigen Diskussionen zu einem veränderten, verantwortbaren Lebensstil. Diese Diskussionen müssten in Kirchen, Gesellschaften und Staaten entschiedener geführt werden, um die notwendigen Veränderungen zu erreichen. „Der europäische Einigungsprozess, der über die letzten Jahrzehnte Frieden in Europa gesichert und Wohlstand ermöglicht hat, darf durch die aktuelle Krise nicht scheitern!“

  • Präsidium der GEKE
  • Pfarrer Dr. theol h.c. Thomas Wipf, Bern
  • Pfarrerin Dr. Stephanie Dietrich, Oslo
  • Prof. Dr. Michael Beintker, Münster

 

Wien, 07. Dezember 2011

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Zur Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) – Leuenberger Kirchengemeinschaft haben sich 105 protestantische Kirchen in Europa (und in Südamerika) zusammengeschlossen. Lutherische, reformierte, unierte, methodistische und vorreformatorische Kirchen gewähren einander durch ihre Zustimmung zur Leuenberger Konkordie von 1973 Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Anschrift: GEKE-Geschäftsstelle, Severin-Schreiber-Gasse 3, 1180 Wien, Österreich, Tel.: +43.1.4791523.900, Telefax: +43.1.4791523.580, Email: office@leuenberg.eu, Internet: www.leuenberg.eu. Pressekontakt: Mag. Ingrid Monjencs, Tel. Mobil: +43.699.18878 052, Email: i.monjencs@leuenberg.eu.

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