Europäische Synodale gemeinsam auf dem Weg

2. Synodalenbegegnung, Budapest

Die GEKE Präsidentin Dr. Klára Tarr, Evangelisch Lutherische Kirche in Ungarn, konnte von 30.1.-1.2. etwa 90 Teilnehmende aus ganz Europa in Budapest begrüßen: Auf Einladung der GEKE und unter der Leitung von GEKE-Ratsmitglied OKR Barbara Rudolph, Evangelische Kirche im Rheinland, kamen Delegierte aus 49 Synoden protestantischer Kirchen in Europa zusammen. Eine besondere Freude war es auch Dr. Freddy Elbaiady aus Ägypten als Delegierten der Fellowship der Middle East Evangelical Churches unter den Gästen zu haben. Es war die zweite GEKE-Veranstaltung dieser Art, deren Ziel es war Probleme, die Kirchen aktuell beschäftigen, aus einem europäischen Blickwinkel zu beleuchten und nach gemeinsamen Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Im Eröffnungsgottesdienst, gestaltet von der Reformierten Kirche in Ungarn, kam Bischof Bischof Sándor Zán Fábián aus der Ukraine zu Wort. Spätestens hier wurden allen die Nöte und Sorgen unserer Mitgliedskirche in der Karpato-Ukraine bewusst. Eine Kollekte aus diesem Gottesdienst konnte den Delegierten übergeben werden. In der „Zeitreise“ unter der Leitung von Dr. Dieter Heidtmann, Evangelische Akademie Bad Boll, D, erkannten die Teilnehmenden im Austausch über Entstehung und Entwicklung der eigenen Kirchen, wie unterschiedlich geprägt diese in ihren Strukturen und Ämtern sind, selbst wenn sie räumlich gesehen gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Das Hauptreferat „Was brachte die Reformation für die Laien in der Kirche?“ hielt Prof. Dr. Daniele Garrone aus der Waldenserkirche, Italien: Mit der Erkenntnis, dass das Neue Testament das „Laienamt“ nach heutigem Verständnis gar nicht kennt, kehrte er die Frage um, wer eigentlich als „Laie“ zu betrachten sei – die im täglichen Leben der Gemeinde stehenden oder die in einer kirchlichen Hierarchie mit Ämtern ausgestatteten „geistlichen“ Kirchenleitenden? Nachdenklich machte vor allem Professor Garrones Schlusssatz: Haben wir die Anliegen der Reformation wirklich begriffen? Das vielfältige Engagement der evangelischen Kirchen in Europa fand in den thematischen Gruppen eine deutliche Widerspiegelung: Auf die Einstiegsreferate Delegierter folgte ein reger Austausch zu den Themen Medizin und Soziales, Kultur, Politik und demokratische Teilhabe, Bildung und Unterricht, Familie und Generationen, Wirtschaft und Finanzen und Globale Verantwortung. Ein Beispiel: Die Gruppe „Globale Verantwortung“ betrachtet die europäische Flüchtlingspolitik als gescheitert. Die Kirchen leisten hervorragend Arbeit, aber die Gesetzgebung ist oft unmenschlich und lässt keinen humanen Umgang mit Flüchtenden zu. Ähnlich beurteilte auch die Gruppe unter dem Schwerpunkt „Politik, demokratische Teilhabe“ die Möglichkeit der Meinungsäußerung in EU-Institutionen als wichtiges Ziel für die Kirchen. Die Teilnehmenden formulierten in einer Schlusserklärung die Punkte und Forderungen, die ihnen besonders am Herzen lagen. In zwei gottesdienstlichen Feiern und im gemeinsamen Abendmahl wurde die Kirchengemeinschaft in besonderer Weise sichtbar. Die Synodalenbegegnung als Modell wurde als Schritt zu einer lebendigen „Europäischen Kirchengemeinschaft“ mit großem Engagement und lebhafter Zusammenarbeit angenommen. Die dritte Synodalenbegegnung findet auf Einladung des Schweizer Evangelischen Kirchenbundes 2017 in der Schweiz statt. (Text und Foto: Evelyn Martin)

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