Frei für die Zukunft – Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa eröffnet

Anlässlich der Eröffnung der 7. Vollversammlung der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), die bis zum 26. September 2012 unter dem Motto „Frei für die Zukunft“ in Florenz stattfindet, stellten der Präsident der GEKE, Thomas Wipf, Generalsekretär Michael Bünker, sowie Fulvio Ferrario und Holger Milkau von den gastgebenden Kirchen in Italien ihre Visionen für die evangelischen Kirchen in Europa vor.

Frei für die Zukunft - das bedeutet für Thomas Wipf von Gott befreit zu sein, um Verantwortung zu übernehmen. „Protestantische Kirchen sind in vielen Ländern Europas Minderheitskirchen. Aber sie zeichnen sich durch ein starkes Engagement für eine menschliche Gesellschaft der Solidarität und der Mitverantwortung aus, “ erklärte der GEKE-Präsident. Angesichts der aktuellen Identitätskrise Europas wollen die protestantischen Kirchen, auch ausgehend von dieser Vollversammlung, zum friedlichen Zusammenleben in Europa beitragen, indem sie die Werte der Gerechtigkeit für alle und der Hoffnung leben, um mit Mut Zukunft zu gestalten.

Die Theologie der Religionen ist in Florenz ebenfalls ein Thema. Eine Identität für alle Protestanten zu ermöglichen, stellte eine große Herausforderung dar. Wipf betonte dazu: „Nur wer seine Wurzeln kennt, der kann offen auf andere Religionen zugehen.“ Von der Vollversammlung werde ein Beschluss erwartet, wie die Frage des Zusammenlebens der Religionen in Europa in die Aufgabenstellungen der GEKE in den nächsten Jahren einfließen soll.

Ökumene heute sei mehr als die Verständigung zwischen christlichen Kirchen, stellte Generalsekretär Bünker fest. Auch wenn sich die GEKE von Anfang an der ökumenischen Verständigung verpflichtet hat, so stellen Migrationsbewegungen evangelische Gemeinden in ganz Europa vor neue Herausforderungen, die nur mit gegenseitigem Respekt im Interesse einer inklusiven Gesellschaft zu bewältigen seien. In einem pluralen Europa sei die Vielfalt der Religionen eine Bereicherung und kein Trennungsgrund.

Fulvio Ferrario, Professor für Systematische Theologie der waldensischen Fakultät in Rom und Ratsmitglied der GEKE, beschrieb die Rolle der Minderheitskirchen in Italien als eine Chance und Herausforderung zugleich. Eine gemeinsame Vision von der Einheit der Kirche müsse gelebte Wirklichkeit werden und dürfe nicht nur gesprochenes Wort bleiben. Einheit in Wort und Sakrament, wie auf der Vollversammlung vorgelebt, mache Einheit in versöhnter Verschiedenheit erfahrbar.

Es sei nicht nur im Hinblick auf die Minderheitskirchen ein Muss, den Geist der Zusammenarbeit wach zu halten, hielt Holger Milkau, Dekan der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien fest. Der Dialog und die Sicherheit, seinen Standpunkt vertreten zu können und zu dürfen, sei einer der großen Vorteile einer funktionierenden ökumenischen Vielfalt. Dafür werde es in den nächsten Tagen bei der Vollversammlung noch viele Möglichkeiten geben.

ABOUT THE AUTHOR
0 Comment(s) to the "Frei für die Zukunft – Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa eröffnet"
followme
  • Twitter
  • Facebook

Reformationsstädte Europas

Sprachen