GEKE zum Arbeitsbeginn der Europäischen Kommission am 1.11.2014

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) gratuliert der neuen Kommission und den ernannten Kommissarinnen und Kommissaren und wünscht ihnen Gottes Segen für ihr Amt. Sie spricht der neuen Kommission und ihren Mitgliedern, die ihr Amt in einer sehr schwierigen Phase Europas übernehmen, ihren Respekt aus. 100 Jahre nach Beginn des 1. Weltkriegs, 75 Jahre nach Beginn des 2. Weltkriegs, aber auch 25 Jahre nach dem Fall der Mauer und dem Ende der Trennung von Ost und West, sowie 10 Jahre nach Aufnahme vieler mittel- und osteuropäischer Staaten in die EU bleibt der europäische Integrationsprozess Gabe und Aufgabe zugleich. Der Generalsekretär der GEKE, Bischof Dr. Michael Bünker, unterstreicht, dass „der europäische Einigungs- und Friedensprozess ein Segen und Geschenk für Europa ist. Aber die Menschen in Europa müssen zum Teil wieder neu für diesen Prozess gewonnen werden, indem die Europäische Kommission ihr Initiativrecht nutzt, um die gemeinsamen europäischen Herausforderungen konzentriert und nachvollziehbar anzugehen.“ Auf ihrer 7. Vollversammlung in Florenz hat die GEKE dies mit den Worten hervorgehoben: „Alle Lösungsvorschläge und Entscheidungen müssen sich aber daran messen lassen, wie sie den betroffenen Menschen und Gesellschaften helfen sowie den europäischen Einigungsprozess erhalten und weltweite Solidarität fördern.“ Entscheidende Themen sieht die GEKE für die kommenden Jahre u.a. in der Überwindung von Arbeitslosigkeit und wachsender Armut in Europa, im Klimaschutz und einem schonenden Umgang mit Energie und den natürlichen Ressourcen, aber auch in einer tiefgreifenden Reform der Asyl- und Flüchtlingspolitik, die dem Schutz der Flüchtlinge und der Überwindung der Fluchtursachen Priorität einräumt. Durch die Krise der letzten Jahre haben sich die europäischen Gesellschaften wirtschaftlich auseinanderentwickelt. Die europäische Politik müsse dieser Entwicklung entgegenwirken und sie möglichst umkehren, so die GEKE. „In den Jahren der Krise hat sich zudem der Eindruck ergeben“, führt Bünker weiter aus, „maßgebliche Entscheidungen in der Europäischen Union würden getroffen, als gäbe es keine Alternative zu ihnen. Dies steht aber nicht nur einem demokratischen Selbstverständnis in Europa entgegen, das von dem Reichtum der Vielfalt an Meinungen, Erfahrungen und Ideen in Europa lebt, sondern verhindert auch die Beteiligung und Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger Europas und die Akzeptanz gegenüber getroffenen Entscheidungen.“ Schließlich erinnert die GEKE daran, dass der europäische Einigungsprozess als Friedensprojekt angetreten ist, sich aber heute gewaltsamen Auseinandersetzungen in unmittelbarer Nähe und einem Krieg im Nahen Osten gegenübersieht. Die GEKE setzt sich mit ihren Möglichkeiten ein, Frieden in und zwischen Gesellschaften zu befördern. „Wir bitten und erwarten von der neuen Kommission, dass sie gemeinsam mit anderen Partnern kontinuierlich und beharrlich zur Überwindung der Konflikte beiträgt“, so Generalsekretär Bünker. Die GEKE, die sich selbst als Einheit in versöhnter Vielfalt versteht, versichert der neuen Europäischen Kommission und ihren Mitgliedern ihre Fürbitte und auch die Bereitschaft, als konstruktiver Dialogpartner – gemeinsam mit anderen europäischen ökumenischen Zusammenschlüssen – der Europäischen Kommission zur Verfügung zu stehen.

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