"Gott und Krieg gehören nicht zusammen"

“Gott, wie er uns in Jesus Christus begegnet, und Krieg gehören nicht zusammen.“ Mit diesen Worten eröffnete der Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, Bischof i.R. Dr. Friedrich Weber (im Bild Mitte links) , den zentralen Gedenkgottesdienst zur Erinnerung an den Beginn des 1. Weltkriegs in Gunsbach im Elsass. Gleichzeitig erinnerte Weber an die vielen evangelischen Theologen, die den Kriegseintritt ihres Landes als „gerechten Krieg“ theologisch legitimierten, aber auch an jene aus Landes- und Freikirchen, die noch am 1. August 1914 bei einem Treffen in Konstanz Wege des Friedens und der Versöhnung suchten, jedoch ungehört blieben. Weber erbat für immer wieder nötige Prozesse der Versöhnung Gottes Segen und betonte: „Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa wird sich durch immer neue kriegerische Konflikte, auch in Europa, nicht lähmen lassen, der Verheißung und dem Auftrag des Evangeliums zu folgen,“ denn: „Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder genannt werden“ (Matth. 5,9).
„Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.“ Dr. Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der EKD, zitiert den Ökumenischen Rat der Kirchen aus 1948 als „so klar und doch so schwer umzusetzen“ und mahnt, dem Geist der Gewalt zu widerstehen und für Frieden einzutreten. Schwaetzer zeigte sich dankbar, dass die Völker Europas heute weitgehend in Frieden zusammenlebten, jedoch sei diese Friedensordnung nicht selbstverständlich. Auch heute würden in Europa Konflikte mit Waffengewalt ausgetragen, daher sei der Friedensruf auch heute von unerhörter Dringlichkeit.
Zum zentralen Gedenkgottesdienst am 3. August 2014 hatten die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), UEPAL (Union des Églises protestantes d'Alsace et de Lorraine) und EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) eingeladen. Gunsbach im Elsass liegt in unmittelbarer Nähe der Schlachtfelder am Lingekopf und am Hartmannsweiler Kopf. An dem Gottesdienst nahmen 200 Menschen teil. Militärbischöfe sprachen das Gebet um Vergebung der Schuld, junge Menschen eines Jugendcamps der EKD mit Freiwilligendienstleistenden aus 12 Nationen übersiedelten für den Gottesdienst nach Gunsbach und gestalteten das Kyrie als Performance mit Kriegsszenen. Kirchenleitungen deutscher und französischer Kirchen waren ebenso präsent wie der Friedensbeauftragte der EKD, VertreterInnen mehrerer Landesregierungen und Delegationen aus Frankreich und Schottland.
Foto: epd Bild

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