Kollekte des Kirchentags-Gottesdiensts für Waldenser-Flüchtlingshilfe

4. Juni, 15.00 Uhr

Flüchtlingsdrama im Mittelmeer:
Italienische Protestanten schlagen „humanitäre Korridore“ vor – und finanzieren das Projekt

Mit einem konkreten Vorschlag im Umgang mit den Flüchtlingsströmen im Mittelmeer lassen die italienischen protestantischen Kirchen aufhorchen: angesichts der inakzeptablen Opferzahlen werden „humanitäre Korridore“ vorgeschlagen. In Zusammenarbeit mit italienischen Botschaften könnten vor Ort Visa für eine sichere Ausreise ausgestellt und so die Fahrten auf lebensgefährlichen Booten vermieden werden. Erste derartige Korridore könnten in Marokko, in den Städten Tanger und Rabat, eingerichtet werden, um einer begrenzten Zahl an Flüchtlingen pro Jahr die Ausreise nach Italien und damit einen bislang nicht möglichen legalen Zugang nach Europa und zu einem regulären Asylverfahren zu eröffnen.

Das Modell hat zwei interessante zusätzliche Aspekte: einmal ist es auch auf andere europäische Länder übertragbar. Und: ein Testlauf des Modells „humanitärer Korridor“ könnte zur Gänze von der Waldenserkirche und der der katholischen Gemeinschaft Sant´Egidio finanziert werden.

Die Verhandlungen über das Projekt, an dem auch die Föderation der Evangelischen Kirchen in Italien (FCEI) beteiligt ist, seien bereits auf höchster Ebene im Laufen, sagt Pastor Pawel Gajewski von der Waldensergemeinde in Terni. Was die Finanzierung betrifft, „ ist diese Idee eine Initiative von unten, von den Bürgern“, so Gajewski. „Und die Mittel aus dem öffentlichen Topf ‚Otto per Mille‘, die wir verwalten, sind nicht Kirchengeld, sondern Geld der Bürger.“ Es seien genügend Mittel vorhanden, um ein solches Programm zu finanzieren, so Gajewski, der betont: „Es geht um Humanität, aber auch um Legalität. Es ist wichtig, den Menschen zu helfen, und dafür auch einen entsprechenden Rahmen zu haben.“ Die Waldenserkirche unterhält in Sizilien ein Flüchtlingszentrum für Menschen, die von Lampedusa aus zunächst nach Sizilien überstellt werden.

Die Kollekte des GEKE-Gottesdienstes "Weisheit ohne Grenzen" am Kirchentag in Stuttgart (Do., 4. Juni, 15.00 Uhr, Lutherkirche Bad Cannstadt) ist für die Flüchtlingshilfe der Waldenserkirche in Italien bestimmt. Der Gottesdienst wird gemeinsam mit italienischen Mitgliedskirchen der GEKE gefeiert (Details siehe Programmfolder unten!).

Foto: Wikimedia

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