Reformationsfest auf europäischer Ebene

Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa mit neuen Zielen und Aufgaben

Ein Reformationsfest auf europäischer Ebene hat die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) angeregt. Zum Abschluß ihrer Vollversammlung in Florenz hat sie beschlossen, „die gesamteuropäische Dimension der Reformation sichtbar zu machen“. Städte, die in besonderer Weise die Geschichte der Reformation geprägt haben, sollen „Reformationsstadt Europas“ werden. Gemeinsam wollen die 106 protestantischen Mitgliedskirchen eine Internetseite zum Reformationsthema betreiben. Ein eigenes Logo soll das Thema anzeigen. Eine wissenschaftliche Tagung und eine Begegnungstagung mit Vertretern des Europäischen Parlaments ergänzen die Maßnahmen.

Weit über die Kirchen hinaus soll die Erinnerung an die Reformation auch die gesamte europäische Öffentlichkeit zum Dialog über die gesellschaftlichen und kulturellen Impulse der Reformation inspirieren, heißt es im Aufruf der GEKE. Die Reformation sei ein kirchlich-gesellschaftlicher und geistlicher Aufbruch mit weltweiter Ausstrahlung und Wirkung bis heute. Man müsse dankbar sein, dass es die evangelische Kirche gibt, sagte GEKE-Generalsekretär Michael Bünker; dahinter stehe die Frage zurück, ob es nun eher ein Jubiläum oder ein Gedenken sei.

Die Protestanten Europas wollen nicht nur die Reformation begehen, sondern sich selbst „in geistlicher und organisatorischer Hinsicht erneuern“, heißt es im Abschlussbericht, den die Vollversammlung in Florenz beschlossen hat. Dazu wird eine Studie erstellt und die GEKE nimmt 2013 an den Konsultationen des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes und der Evangelischen Kirche in Deutschland teil. Zukünftig will die GEKE ihre Mitgliedskirchen beim Austausch über innovative Projekte und Veränderungsprozesse unterstützen.

Bis zur nächsten Vollversammlung hat sich die GEGE weitere Aufgaben vorgenommen. Die Vielfalt der Religionen auf dem europäischen Kontinent soll ein Thema der nächsten Jahre werden. Dazu soll auch eine Studie erstellt werden, die die soziologische Situation und die theologischen Antworten der Kiche erhellt. Ein Vielzahl interkonfessioneller Dialoge, unter anderem mit der Römisch-Kathololischen Kirche, mit der Anglikanischen Kirche, mit der Baptistischen Föderation und den orthodoxen Kirchen, soll begonnen bzw.fortgesetzt werden. Mit den Pfingstkirchen und charismatischen Gemeinschaften soll ein Kontakt hergestellt werden. Man will auch nach „geeigneten Wegen des Gesprächs und der Zusammenarbeit mit Gemeinden von Christen mit Migrationshintergrund“ suchen.

Zum Abschluß der Vollversammlung der GEKE in Florenz wurde auch ein Abkommen mit der CEPPLE, der Conférence des Eglises Protestantes des Pays Latins d’Europe, unterzeichnet. Diese Gemeinschaft von 20 Kirchen in sechs Ländern West- und Südeuropas wird mit der Unterzeichnung zur vierten Regionalgruppe der GEKE. Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verstärkt damit in Zukunft die Zusammenarbeit mit den lateineuropäischen protestantischen Kirchen.

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