Reformationsliedwettbewerb: 120 Einsendungen

Uraufführung 2017 in Wittenberg

Als „quantitativ und qualitativ hervorragend“ bezeichnet der Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, Bischof Dr. Michael Bünker, das Ergebnis des europäischen Reformationslied-Wettbewerbs, den die GEKE aus Anlass des 500. Jubiläums der Reformation zu Jahresbeginn ausgeschrieben hatte.

 

In der ersten Wettbewerbsrunde, die im Sommer 2015 endete, wurden Liedtexte aus sieben Ländern eingereicht, und zwar entweder als neuer Text zu einer bekannten Kirchenlied-Melodie, oder als Text allein. Aus letztgenannter Gruppe wählte eine international besetzte Jury fünf Texte für die Vertonung aus. Je ein deutscher, norwegischer, dänischer und zwei ungarische Texte gelangten so in die zweite Wettbewerbsrunde der Vertonung. Sie wurden dazu auch jeweils ins Englische übersetzt, um eine internationale Beteiligung zu ermöglichen. Ausgeschrieben waren die Kategorien „traditionell“ und „modern“.

 

„Uns war wichtig, dass das Lied auch von der Gemeinde gut singbar ist“, erläutert Jochen Arnold, Direktor des Michaelisklosters in Hildesheim und Liturgiebeauftragter der GEKE, die Überlegungen der Jury. „Die Melodie muss sich im Ohr festsetzen und darf nicht zu komplex sein. Außerdem sollte sie von Orgel oder Keyboard, gegebenenfalls auch Gitarre, gut begleitet werden können.“ Einige eingesandte Werke seien eher für SolistInnen oder die Aufführung mit einer Band geeignet. „Aufgrund der hohen Qualität auch dieser Einsendungen empfiehlt die Jury sie zur weiteren Verbreitung.“

 

Die Jury, der neben Prof. Dr. Jochen Arnold auch Dr. Britta Martini (Berlin) und Peter Steinvig (United Methodist Church/Dänemark) angehörten, ermittelte folgende PreisträgerInnen:

 

In der Kategorie „traditionell” hat Åshild Watne aus Oslo, Norwegen, mit ihrer Vertonung zum Text „Når du vil / When you will” von Holger Lissner, Dänemark, gewonnen.

 

Die Kategorie „modern” hat das Lied „Limesen égő / Burning on Limes” für sich entschieden,  mit einem Text des ungarischen Dichters Zsolt Miklya in Vertonung der Musikgruppe Hangraforgó (László Faggyas und Bea F. Sipos).

 

Drei weiteren Werken (zwei Vertonungen, einmal Text und Melodie) hat die Jury Sonderpreise zugesprochen. Die siegreichen Beiträge werden 2016 veröffentlicht.

 

„Wir freuen uns, die PreisträgerInnen vor Weihnachten verständigen zu können“, sagt GEKE-Generalsekretär Bünker. „Und vor allem natürlich: sie zur feierlichen Uraufführung ihrer Werke im März 2017 nach Wittenberg einzuladen.“

 

Der Reformationslied-Wettbewerb habe gezeigt, wie lebendig die Kirchenmusikszene auch heute in Europa sei. „Insgesamt haben sich 100 MusikerInnen, DichterInnen und SongwriterInnen mit etwa 120 Einsendungen beteiligt“, erklärt Jochen Arnold. Ziel der GEKE sei es gewesen, Anliegen der Reformation und des Protestantismus einer breiteren kirchlichen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Über den Weg der Musik ginge das besonders gut, denn „gerade um auch junge Menschen zu erreichen, ist das ein absoluter Schlüsselfaktor. Musik erreicht die Herzen, wie vor 500 Jahren, so auch heute.“ (Luther: Musica als Regiererin der menschlichen Herzen)

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