Solidarität und Einheit in Vielfalt

GEKE-Präsidium zum Europatag am 9. Mai

Solidarität der Tat und Einheit in Vielfalt:
GEKE-Präsidium zum Europatag am 9. Mai 

Aufgrund der eigenen ermutigenden Geschichte als europäische Kirchengemeinschaft und angesichts der gegenwärtigen tiefgreifenden Krise in Europa erinnert das Präsidium der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa an den Mut und die Weitsicht der Schuman-Erklärung vom 9. Mai 1950. „Fünf Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs mit seinen fürchterlichen Auswirkungen in Europa und in der ganzen Welt schlug der französische Außenminister Robert Schuman in einem ebenso weitsichtigen wie weitreichenden Plan die Vergemeinschaftung der Kohle- und Stahlindustrie in Europa vor. Er setzte sich für einen soliden, tragfähigen Frieden und die wirtschaftliche Gesundung Europas ein.  Mit der Verwirklichung dieser Idee durch die sechs Gründerstaaten nahm der europäische Integrationsprozess Gestalt an und steht bis heute für Frieden und Wohlstand in der Europäischen Union“, erklärt das GEKE-Präsidiums anlässlich seiner Zusammenkunft in Hamburg.
 
Heute bestehe die Gefahr, dass sich enttäuschte Menschen von der Idee eines geeinten Europa abwenden und Staaten sich auf ihre nationalen, engen Spielräume zurückziehen, befürchtet das GEKE-Präsidium. Wenn die europäische Integration eher als Belastung denn als Fortschritt betrachtet würde, wären neue Trennungen, Grenzen und Bruchlinien in Europa die Folge. Die Schuman-Erklärung rief zu einer „Solidarität der Tat“ auf, die das gemeinsame Europa und die Welt darüberhinaus in den Blick nehmen sollte. Die Aufforderung zu einer solchen Solidarität der Tat sei heute wie damals aktuell, betont das Präsidium der GEKE: „Solidarität bedeutet auch die gegenseitige Übernahme von Verantwortung. Was im Nachkriegs-Europa möglich war, darf heute nicht in Frage gestellt werden.“
 
Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa sieht selbst in diesem Jahr auf 40 Jahre Kirchengemeinschaft zurück. Mit der Leuenberger Konkordie von 1973 wurde festgestellt, dass die jahrhundertealten Trennungen zwischen evangelischen Kirchen überwunden sind. Die GEKE versteht und lebt ihre europäische Gemeinschaft von rund hundert Kirchen mit etwa 50 Millionen Mitgliedern als „Einheit in Vielfalt“ – ein Modell, das auch für andere Bereiche der Gesellschaft denkbar sei, ist  das GEKE-Präsidium überzeugt.
 
„Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa ist von ihren Anfängen an für ein geeintes Europa eingetreten,“ betont das Präsidium der GEKE.  „Gerade angesichts der Krise in Europa und der Betroffenheit vieler Menschen, insbesondere der jungen, setzen wir uns dafür ein, dass erneut mit Mut und Weitsicht nach einer gemeinsamen europäischen Lösung gesucht wird, die Frieden und Wohlstand für alle fördert.“
 
Das Präsidium der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE:
 
Bischof Prof. Dr. Friedrich Weber, Braunschweig
Dr. Klára Tarr Cselovszky, Budapest
Ratspräsident Dr. Gottfried Locher, Bern
Hamburg, 8. Mai 2013

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