Tagung: Die globale Wirtschaftskrise als Chance für Europa

Spitzen aus Kirche und Wirtschaft debattieren am 3. und 4. Februar in der Evangelischen Akademie Bad Boll die Utopie einer wettbewerbsfähigen sozialen Marktwirtschaft. Die Ergebnisse fließen in eine Stellungnahme der GEKE zum Thema ein.

Die andauernde globale Wirtschaftskrise zeigt: wirtschaftliche Freiheit und Verantwortung sind aus dem Gleichgewicht. Auch in Europa, wo der neue Lissabon-Vertrag die EU als „eine im hohen Masse wettbewerbsfähige soziale Marktwirtschaft“ definiert.

Ist die globale Wirtschaftskrise eine Chance für Europa? Können die evangelischen Kirchen zur zukünftigen Gestaltung der sozialen Marktwirtschaft einen prägenden Beitrag leisten? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Spitzen aus Kirche und Wirtschaft am 3. und 4. Februar 2011 in der Evangelischen Akademie Bad Boll. „Wettbewerbsfähige soziale Marktwirtschaft – Zukunftsmodell oder Utopie? Evangelische Impulse zur Wirtschaftsordnung nach der Krise“ lautet der Titel einer Tagung, deren Überlegungen in eine Stellungnahme der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE zur Gestaltung der Wirtschaft nach der Krise einfließen.

Die Tagung richtet sich an Führungskräfte aus Kirche, Wirtschaft und Politik, Sozialethiker und Wirtschaftsethiker sowie wirtschaftspolitisch Interessierte. Medienvertretende sind zur Teilnahme und Berichterstattung eingeladen. Es besteht die Möglichkeit zu Interviews mit den Teilnehmenden.

Mitwirken werden unter anderem der Präsident und der Generalsekretär der GEKE, Pfr. Dr. h.c. Thomas Wipf und Bischof Dr. Michael Bünker, außerdem der Chefvolkswirt der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände Ottheinrich Freiherr von Weitershausen. Mit MdEP Heide Rühle sowie Michael Haag stellen sich das Europäische Parlament und die Europäische Kommission der Debatte. Jörg Hofmann von der IG Metall und die Personalleiterin Bosch Automotive Electronics Ingrid Peters konnten ebenso wie weitere Vertreter der Wirtschaft gewonnen werden.

„Die Marktwirtschaft ist nur dann zukunftsfähig, wenn sie sozial, ausgleichend und ökologisch agiert“, so GEKE-Präsident Thomas Wipf zur Tagung. „Dazu gehört, dass Finanz- und Realwirtschaft nicht auseinanderdriften. Wirtschaftliche Gerechtigkeit ist für die gesellschaftliche Stabilität unabdingbar. Dafür stehen die evangelischen Kirchen in Europa.“

Die Tagung ist eine Kooperationsveranstaltung der Evangelischen Akademie Bad Boll mit der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE und dem Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer AEU. Im Rahmen der Tagung wird Pfarrer Dr. Dieter Heidtmann am Abend des 3. Februar in sein Amt als Studienleiter für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsethik in der Evangelischen Akademie Bad Boll eingeführt.

Wien/Bern, 20. Januar 2011

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Zur Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) – Leuenberger Kirchengemeinschaft haben sich 105 protestantische Kirchen in Europa (und in Südamerika) zusammen geschlossen. Lutherische, reformierte, unierte, methodistische und vorreformatorische Kirchen gewähren einander durch ihre Zustimmung zur Leuenberger Konkordie von 1973 Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Die Anschrift lautet: GEKE-Geschäftsstelle, Severin-Schreiber-Gasse 3, A-1180 Wien, Tel.: +43.1.4791523.900, Telefax: +43.1.4791523.580, Email: office@leuenberg.eu, Internet: www.leuenberg.eu. Pressekontakt: Dipl. theol. Thomas Flügge (Bern), Tel. +41.31.37025.02, Fax .80, Mobil: +41.79.6401902, Email: t.fluegge@leuenberg.eu.

Picture: CC/Wikimedia/Dr. Eugen Lehle

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