Wachsende Gemeinschaft in Zeugnis und Dienst - reformatorische Kirchen in Europa

Dokumentationsband 4. Vollversammlung, Wien, 1994

Vom 3. bis 10. Mai 1994 trafen sich die an der Leuenberger Konkordie (1973) beteiligten reformato­rischen Kirchen zu ihrer 4. Vollversammlung. In Abstimmung mit der Evangelischen Kirche A. B. und H. B in Österreich war das katholische Bildungszentrum Wien/Lainz als Tagungsort gewählt worden. Die Vollversammlung trat mit 164 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, darunter 107 Dele­gierten aus 65 evangelischen Kirchen Europas und Südamerikas, sowie weiteren 57 Beobachtern, Gästen, Beratern, Dolmetschern und Stabsmitgliedern in der großräumigen Konzilsgedächtniskirche von Lainz zusammen. Die geistlich-konzentrierende Atmosphäre tat den Beratungen, die unter dem Motto "Wachsende Gemeinschaft in Zeugnis und Dienst" standen, ausgesprochen gut.

Drei sachliche Schwerpunkte beherrschten die Verhandlungen. Zum einen wurden die Ergebnisse der zwischen 1987 und 1994 geführten Lehrgespräche über die Kirche, die Sakramente der Taufe und des Abendmahls sowie das christliche Zeugnis der Freiheit diskutiert, angenommen und zur Rezeption oder Stellungnahme an die Kirchen weitergegeben. Zum anderen ging es um die Erweite­rung der Leuenberger Kirchengemeinschaft. Dazu lag eine "Gemeinsame Erklärung zur Kirchenge­meinschaft" zwischen den Leuenberger und den methodistischen Kirchen in Europa vor. Sie wurde besprochen und den Kirchen zur Annahme empfohlen. Zugleich wurde eine Konsultation zwischen den Kirchen, die durch die Leuenberger Konkordie (1973), durch die Meißener Erklärung (1988) oder durch die Porvoo-Erklärungen (1992) in Kirchengemeinschaft stehen, vereinbart. Vorschläge einer Gruppe von baptistischen Theologen sowie Theologen aus der Leuenberger Gemeinschaft für mögliche Formen der Zusammenarbeit standen ebenfalls zur Aussprache. Zum dritten wurden We­ge geprüft für ein stärkeres Zusammenwachsen der Leuenberger Kirchen in Zeugnis und Dienst. Mit dem zweiten und dritten Schwerpunkt nahm die Vollversammlung auch Impulse der Europäischen Evangelischen Versammlung von Budapest (März 1992) auf. Diese Versammlung hatte die Leuen­berger Kirchengemeinschaft gebeten, "... in Konsultation mit den europäischen Sektionen der kon­fessionellen Weltfamilien die Initiative zu ergreifen, um aus den in den letzten Jahren in einigen Re­gionen erreichten Erklärungen zur Kirchengemeinschaft zwischen lutherischen und reformierten Kir­chen einerseits und der methodistischen und anglikanischen Kirche andererseits Konsequenzen für diese Kirchen in ganz Europa zu ziehen. Zugleich sollte auch die Beziehung zur Brüderunität in ge­meinsamen Gesprächen neu geprüft werden.") Die Wiener Vollversammlung 1994 sollte zudem genutzt werden, "... um der Verpflichtung der evangelischen Kirchen zu gemeinsamem Zeugnis und Dienst mehr als bisher Ausdruck zu geben.")

Wie seinerzeit die Vollversammlungen in Sigtuna (Schweden, 1976), Driebergen (Niederlande, 1981) und Straßburg (Frankreich, 1987), werden mit dem vorliegenden Band die wesentlichen Texte der Konferenz in Wien dokumentiert. Im Aufbau folgen die Herausgeber dabei den früheren Doku­mentationsbänden.

In Teil I werden die Ergebnisse der Lehrgespräche sowie Äußerungen und Papiere aus der Arbeit des Exekutivausschusses und des Sekretariates zwischen 1987 und 1994 abgedruckt. Die Lehrge­sprächsergebnisse (I, 1-3) sind in der von der Vollversammlung verabschiedeten oder entgegenge­nommenen Fassung wiedergegeben. Die Dokumente aus der Arbeit des Exekutivausschusses und des Sekretariats haben unterschiedlichen Charakter. Mit den 'Antworten aus Leuenberger Kirchen auf den "Kommentarentwurf 'Rechtmäßig Kriege führen?'" des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR - Eine Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen ...' ging der Exekutivausschuß auf eine Anfrage aus dem ehemaligen Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR zu Artikel 16 des Augsburger Bekenntnisses ein (I, 4 a). Durch die "Kriterien für den Umgang" der Leuenberger Kirchen angesichts der Fülle bilateraler ökumenischer Vereinbarungen einzelner Kirchen wollte der Exekutivausschuß sich selbst und den Leuenberger Kirchen Klarheit verschaffen über die Rolle der Leuenberger Konkordie bei der Erarbeitung ökumenischer Vereinbarungen (I, 4 b). Die Texte I, 4 c bis e nehmen Impulse der "Europäischen Evangelischen Versammlung von Budapest" im Jahr 1992 auf.

Die in Teil II abgedruckten Dokumente geben die für die Vollversammlung in Wien vorbereiteten und dort vorgetragenen oder vorgelegten Berichte, Grußworte und Vorträge in der jeweiligen Original­sprache wieder.

Teil III schließlich enthält die Beschlüsse der Vollversammlung sowie die Entscheidungen des neu­gewählten Exekutivausschusses, der im Juli 1994 in Düsseldorf zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentrat. Im Anhang geben wir, wie schon früher bei diesen Dokumentationsbänden, den Text der Konkordie wieder sowie ein aktualisiertes Verzeichnis der Signatarkirchen und der an der Leu­enberger Konkordie beteiligten Kirchen. Schließlich enthält der Dokumentations­band eine Liste der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 4. Vollversammlung der an der Leuenberger Konkordie betei­ligten Kirchen in Wien.

Wilhelm Hüffmeier und Christine-Ruth Müller (hg./ed.)

295 Seiten, 15 Euro

ISBN 3-87476-307-2

1995 Verlag Otto Lembeck, Frankfurt am Main

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