Das Ja der irischen Bürger ist ein Auftrag

Der Rat der GEKE begrüsst die Zustimmung der irischen Bevölkerung zum EU-Vertrag. Der europäische Einigungsprozess muss jedoch stärker in der Bevölkerung verankert werden.

Der Rat der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) begrüßt die Zustimmung der irischen Bürgerinnen und Bürger für den neuen EU-Vertrag, den Vertrag von Lissabon. Aus evangelischer Sicht ist der neue EU-Vertrag ein wichtiger Beitrag zum europäischen Einigungsprozess, betonte der Rat heute während seiner Sitzung in Genf. Er stellt die EU auf eine gemeinsame Wertebasis. Mit der in ihm enthaltenen Grundrechtecharta werden die Grundrechte gleichberechtigt im EU-Vertrag verankert.

Die EU ist auf die Unterstützung der Menschen für den europäischen Einigungsprozess angewiesen. Der schwierige Ratifizierungsprozess des EU-Vertrags zeigt, dass für viele Menschen in Europa die EU zu weit von den Bürgerinnen und Bürgern entfernt ist.

Das Referendum in Irland ist ein Auftrag für die politisch Verantwortlichen in Europa, den europäischen Einigungsprozess stärker in der Bevölkerung zu verankern. Der regelmäßige, offene und transparente Dialog der europäischen Institutionen mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften, der im neuen EU-Vertrag auf eine rechtliche Grundlage gestellt wird, kann dazu beitragen. Die Kirchen können dabei ihre Verankerung vor Ort einbringen, die der EU fehlt.

Der Rat der GEKE hofft, dass der neue Vertrag die EU mit ihren 27 Mitgliedstaaten politisch wieder handlungsfähiger macht. Voraussetzung ist, dass der Vertrag nun auch in Polen und Tschechien endgültig ratifiziert wird.

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