Bischofseinführung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn

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Am 30. Juni 2018 wurde im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in der Altkirche von Szarvas Dekan Péter Kondor in sein Amt als neu gewählter Bischof des Südlichen Kirchenbezirks der ELKU eingeführt.

Um 11 Uhr, nach dem Glockengeläut, zogen die Pfarrerinnen und Pfarrer, mehr als 160 Personen, in einem langen Zug in die Kirche. Geistliche kamen nicht nur aus dem Südlichen Kirchenbezirk, sondern auch aus den Nördlichen, wie Westlichen-Transdanubischen Kirchenbezirken, aber auch von weit über die Grenzen des Landes. Unter den Gästen konnte man Bischöfe, Dekane, Kirchräte, Leiterinnen und Leiter der Partnerkirchen und Partnerorganisationen der ELKU,  z.B. aus Deutschland, Finnland,  Estland, Schweden, Rumänien, Russland, Polen, Tschechien, Slowenien, aus der Slowakei und  aus den USA willkommen heißen. Die deutschen Kirchen wurden von Kirchenrat Raphael Quandt und Kirchenrat Klaus Rieth vertreten.

Im Festgottesdienst haben Dr. Tamás Fabiny als einführender und Péter Kondor als eingeführter Bischof gepredigt. Leitender Bischof Dr. Tamás Fabiny zitierte in seiner Predigt vorerst den Apostel Paulus: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.” (Galater 6,2) Er predigte darüber, dass auch Bischof Kondor "in der Kirche von Sámuel Tessedik (Pfarrer und Landwirt) auf den Pflug legt", die Lasten vieler tragen werde. "Trotzdem wird er nicht alleine da stehen, denn wie er die Last der anderen trägt, werden seine eigenen Lasten auch von anderen, von der Familie, den Mitpfarrerinnen und –pfarrern, den Gemeindemitgliedern auch im Gebet mitgetragen.“

An dem Einführungsakt nahmen neben leitendem Bischof Tamás Fabiny  auch János Szemerei, Bischof der Westlichen (Transdanubischen) Kirchenbezirks, Dezső Zoltán Adorjáni, Bischof der ungarisch-sprachigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Rumänien und Péter Gáncs, abdankender Bischof teil.

Bischof Kondor nahm als Grundvers den Epheser 3,14-21. Es ist derselbe Vers, den Bischof Harmati vor 28 Jahren ihm, als er in den Dienst gesetzt wurde, mit auf den Weg gab. Die höchste Sorge und größter Wunsch eines Christen ist immer das, wofür er betet.  Bischof Kondor drückte seine Freude darüber aus, dass er auch diesmal in der Altkirche von Szarvas seine Knie vor Gott beugen darf und zu dem er betet, dass nach dem Reichtum Seines Ruhmes jeder bereichert wird und, dass die Gemeindemitglieder in der Liebe stärker werden, sich in der Liebe verwurzeln und die göttliche Vollständigkeit kennen lernen.

Péter Kondor wurde 1968 in Szeged geboren. Seine Kindheit verbrachte er erst in Orosháza, dann in Szarvas, wo er auch das Péter-Vajda-Gymnasium besuchte und 1986 sein Abitur ablegte. Als Gymnasiast hat er die Liebe des sich auch zu ihm herunterbeugenden Christus angenommen, legte sein weiteres Leben in Christi Hände und bewarb sich an der Evangelisch-Lutherischen Theologischen Universität. Er absolvierte sie im Jahre 1992 und wurde von Bischof D. Dr. Béla Harmati ordiniert. Während der Studienjahre heiratete er Klára Zuba. Sie haben zwei Kinder.

 

Szarvas – die Stadt von Pfarrer Tessedik

Szarvas wurde von Lutheranern gegründet, so gehörte das kirchliche wie städtische Leben eng zusammen. Die Stadtgründer kamen im Jahre 1722 hierher und bauten bereits nach einem Jahr ihre erste Kirche auf.

Die heutige Kirche, genannt Ótemplom (Altkirche) ist die vierte Kirche der Gemeinde und wurde 1788 unter der Leitung vom Pfarrer Sámuel Tessedik gebaut.

Die Geschichte der Kirche und der Schulen in Szarvas hängen eng miteinander zusammen. Zur evangelisch-lutherischen Kirche gehörten die Grundschule, das Waisenhaus, das Péter-Vajda-Gymnasium und auch das Luther-Lehrerseminar. Heute wird in Szarvas ein evangelisch-lutherischer Kindergarten, eine Grundschule, wie ein Gymnasium betrieben, in denen etwa tausend Kinder, Schülerinnen und Schüler unterrichtet und erzogen werden.

Der evangelisch-lutherische Hilfsdienst vor Ort erleichtert jeden Tag das Leben von ungefähr sechshundert Rentnerinnen und Rentnern. Im vielschichtigen Dienst wird seitens der hiesigen evangelisch-lutherischen Gemeinschaft sowohl die Pflege der Erbschaft vor Augen gehalten, als auch die Möglichkeiten der Öffnung gegenüber der Einwohner der Umgebung gesucht.  

 

Zusammengestellt vom Ökumenischen und Außenamt der ELKU

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